
Das Magazin
für Entscheider in Kommunikation und Marketing
Kommunikationsmanagement als zentrale Managementaufgabe
Ausgabe 02/2026
Beratung und Agenturen 2030
Planung wird kurzfristiger, Fehlentscheidungen teurer – und KI verändert die Kommunikationsbranche in einem Tempo, das kaum Luft zum Durchatmen lässt. Budgets stehen unter Druck, Margen sinken, Leistungen werden neu bewertet. Damit rückt eine Grundsatzfrage ins Zentrum: Welche Rolle spielen Beratung und Agenturen in Zukunft – braucht es das Geschäftsmodell überhaupt noch?
Diese Ausgabe des kommunikationsmanagers nimmt die Debatte auf – mit Perspektiven aus Beratung, Agenturen und Unternehmen. Wie bleibt Beratung im KI-Zeitalter relevant? Was muss sich an Leistung, Haltung und Zusammenarbeit verändern? Und was bleibt auch 2030 nicht automatisierbar?

,,Bei allen technologischen Neuheiten, die uns tagtäglich begegnen, ist es aus meiner Sicht zwingend notwendig, verfügbare Technologien auf Alltagstauglichkeit und Effizienz zu überprüfen. Nur dann schafft das „Neue“ auch Mehrwert fürs Team und trägt so zum Unternehmenserfolg bei. Für mich ist am Ende folgendes entscheidend: Die Technik soll dem Menschen dienen, nicht ihn ersetzen."
Thorsten Möllmann, Salzgitter AG
,,Je mehr Daten, Tools und automatisierte Kommunikation wir haben, desto mehr gewinnt dieser Aspekt an Bedeutung. Unsere Botschaften müssen nicht nur korrekt und faktenbasiert sein, sie müssen auch berühren. Dafür braucht es Empathie, Gesprächsführung, Fingerspitzengefühl. Public Affairs wird durch neue Technologien datengetriebener, das hilft bei der Analyse, beim Monitoring, auch bei der strategischen Planung. Aber der Erfolg hängt letztlich an der Qualität der Beziehung. Der persönliche Draht, das vertrauensvolle Gespräch, das aufrichtige Interesse, das lässt sich nicht digitalisieren."
Valerie Schürenkrämer, ING Deutschland
,,Dass es für modernes Customer-Experience-Management Technologie braucht, ist keine Überraschung. Und dass es am Markt eine Vielzahl von Tool- und Service-Anbietern gibt, ist jeder Marketing-Entscheider*in durch die Vielzahl an Vertriebsanfragen, die ihn oder sie jeden Tag ereilen, mehr als präsent. Genau hier beginnen die Probleme in unserer Branche. CMOs werden heute von der Digitalisierungwelle förmlich unter die Wasseroberfläche gedrückt. Ob diese Tools sinnvolle Lösungen entlang der eigenen Marketingstrategie bieten und ob sie wirklich in die eigene Systemlandschaft passen, ist dabei leider oft zweitrangig. Zu groß ist der Druck, digitalen Erfolg im Unternehmen zeigen zu müssen."
Meik Vogler, Havas Creative Group
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